Allgemeines | 22.07.10

Globale Arbeitsmarktstudie: Ohne Wirtschaftskrise wäre Bereitschaft im Ausland zu arbeiten noch ausgeprägter

Düsseldorf (ots) - Die internationalen Arbeitsmärkte wachsen immer mehr zusammen. Fast zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte weltweit können sich vorstellen im Ausland zu arbeiten. Die Hintergründe für diese Mobilität beleuchtet eine umfangreiche Studie der Online-Jobbörse www.stepstone.de sowie der Intelligence Group für die mehr als 66.000 Fach- und Führungskräfte aus mehr als 40 Ländern befragt wurden. Demnach sind 64 Prozent der Befragten offen für eine berufliche Herausforderung im Ausland. Die beliebtesten Metropolen für einen internationalen Jobwechsel sind gemäß der StepStone-Analyse London, New York, Sydney, Paris und Dubai.

Weltwirtschaftskrise hemmt internationale Mobilität

In den letzten drei Jahren ist die Bereitschaft im Ausland zu arbeiten angestiegen. 2007 hatten noch 61 Prozent der Befragten ihr Interesse daran geäußert. Die aktuellen Zahlen zeigen also eine Steigerung um drei Prozent. Interessant sind vor allem die deutschen Zahlen. So sind derzeit 79 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte offen für eine berufliche Auslandserfahrung - acht Prozent mehr als vor drei Jahren und 15 Prozent mehr als im internationalen Durchschnitt. 58 Prozent von ihnen können sich sogar einen Auslandsaufhalt vorstellen, der länger als fünf Jahre ist. Die globale Wirtschaftskrise hat auf diese Entwicklung einen unerwarteten Einfluss. "Schaut man sich den Trend gemäß unserer Studie an, muss man feststellen, dass die Mobilität vor allem dort stark ausgeprägt ist, wo das Bruttoinlandprodukt des jeweiligen Landes stabil scheint. Interessanterweise bleiben die Arbeitskräfte in wirtschaftlich angeschlagenen Ländern eher zu Hause. Das heißt: Ohne Weltwirtschaftskrise wäre die Bereitschaft international zu arbeiten insgesamt wohl noch ausgeprägter," sagt Wolfgang Bruhn, Vorstand der StepStone Deutschland AG. Bestes Beispiel: Die Ukraine verzeichnete 2009 einen Rückgang des BIP von circa 14 Prozent. Gleichzeitig liegt die Quote der Fachkräfte, die gerne im Ausland arbeiten würden, mit 53 Prozent weit unter dem Durchschnitt. Die Kanadier waren dagegen vergleichsweise moderat von der Krise betroffen, stehen einem Job im Ausland trotzdem sehr offen gegenüber - acht von zehn Kanadiern sind daran interessiert.

Internet globalisiert die internationalen Arbeitsmärkte

Ein wichtiger Trend, der den globalen Arbeitsmarkt noch stärker miteinander vernetzt, ist die Entwicklung des Internet und dessen steigende Bedeutung für die Jobsuche. Ergebnis der StepStone-Studie: Während vor drei Jahren Suchmaschinen wie Google für Kandidaten noch keine Rolle spielten, geben nun 49 Prozent von ihnen an, dass sie diese für die internationale Jobsuche nutzen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Google-Treffer in der entsprechenden Suche liefern direkte Links zu lokalen wie internationalen Online-Jobbörsen. "Die internationale Jobsuche ist durch das Internet und dessen Möglichkeiten einfacher und kürzer geworden. Kandidaten können mit Suchmaschinen innerhalb kürzester Zeit freie Positionen eruieren und sich bei Interesse per E-Mail-Bewerbung gleich dafür bewerben. Kurz: Der Einstieg in eine internationale Jobsuche ist einfacher geworden," so Wolfgang Bruhn.

Generation Y drängt auf den globalen Arbeitsmarkt

Besonders aufgeschlossen gegenüber einer beruflichen Auslandserfahrung sind gemäß der StepStone-Studie junge Absolventen zwischen 20 und 30 Jahren - die sogenannte "Generation Y" (Jahrgänge 1980 bis 1990). Diese Generation durchlebte die eigene persönliche Entwicklung parallel zu der des Internets - internationale Kontakte etwa über soziale Netzwerke und der souveräne Umgang mit Internet-Suchmaschinen auch für die Jobsuche bieten gute Voraussetzungen für eine ausgeprägte Mobilität. "Hinzu kommt, dass junge Absolventen im globalen "War for Talents" - dem Wettbewerb um Fachkräfte - mittlerweile nicht mehr nur von nationalen Unternehmen, sondern eben auch von internationalen Arbeitgebern angesprochen und gegebenenfalls rekrutiert werden," erklärt Wolfgang Bruhn.
Quelle: News aktuell

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