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Obama erster schwarzer US-Präsident

Wednesday, 5. November 2008

barack_wahlen.jpgErst Pennsylvania, dann Ohio - der Demokrat Barack Obama hat die US-Präsidentenwahl deutlich vor dem republikanischen Kandidaten John McCain gewonnen.

Obama schaffte damit nicht nur einen Machtwechsel im Weißen Haus, sondern wird der erste schwarze US-Präsident. Ab Januar wird erstmals ein Schwarzer die Geschäfte im Weißen Haus führen. Barack Obama holt nach gesicherten Prognosen und bisherigen Auszählungen bei den US-Präsidentenwahlen deutlich mehr als die benötigten 270 Wahlmännerstimmen. Die Grundlagen für den Einzug ins Weiße Haus legte der 47-jährige Demokrat mit seinem Siegen in Pennsylvania, Ohio und Virginia. Wie erwartet gewann er in vielen Staaten an der Ostküste, holte auch Kalifornien mit 55 Stimmen und weitere Staaten an der Westküste. Mit Obama wird der erfahrene Außenpolitiker Joe Biden als Vize ins Weiße Haus einziehen. Biden konnte bei den gleichzeitig stattfindenden Kongresswahlen seinen Sitz als Vertreter von Delaware im Senat verteidigen.

McCain und Bush gratulieren Obama

Der republikanische Kandidat John McCain gratulierte Obama kurze Zeit nach Bekanntgabe der Prognosen von der Westküste und räumte seine Niederlage ein. McCain hatte einige Staaten an Obama verloren. Von den Staaten mit vielen Wahlmännerstimmen konnte der 72-Jährige nur Texas und Georgia gewinnen. Damit bestätigten sich die Umfragen, die Obama zuletzt mit bis zu zehn Prozent in Führung gesehen hatten. Auch der scheidende republikanische US-Präsident George W. Bush gratulierte Obama zu seinem Erfolg.

"Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen."

John McCain
05.11.2008

Demokraten auch bei Kongress und Senat erfolgreich

Die US-Demokraten haben nicht nur das Rennen um das höchste politische Amt in den Vereinigten Staaten gewonnen. Sie sicherten sich bei den Kongresswahlen erneut die absolute Mehrheit im Repräsentantenhaus. Ihre Kandidaten konnten mindestens 13 Sitze hinzugewinnen. Außerdem erhöhten die Demokarten die Zahl ihr Sitze im Senat, wo sie nun über eine eigenständige Mehrheit verfügen.

"Der Wandel ist nach Amerika gekommen", rief ein gelöster, aber konzentrierter Barack Obama seinen jubelnden Anhängern in Chicago zu. Der Demokrat rief die Amerikaner zur Einheit auf. "Wir sind nicht nur eine Ansammlung von Individuen und roten und blauen Staaten." Obama wandte sich ausdrücklich auch an jene Amerikaner, die ihn nicht gewählt haben "Ich brauche Eure Hilfe."

Seiner Frau Michelle dankte Obama als "meinem besten Freund" und "dem Fels unserer Familie". Seinen Töchtern sagte er, sie hätten den neuen Welpen verdient, "der mit uns ins Weiße Haus kommt". Den demokratischen Chefstrategen David Axelrod würdigte Obama als Mann, der den besten Wahlkampf in der Geschichte der USA geführt habe. Vor allem dankte Obama seinen Anhänger: "Dies ist Euer Sieg."

Um kurz vor 5 Uhr deutscher Zeit hatte CNN bekanntgegeben, der schwarze Senator habe die notwendige Mehrheit erreicht. Nach prognostizierten Siegen in den drei Westküstenstaaten Kalifornien, Washington und Oregon komme Obama auf mehr als die für einen Sieg notwendigen 270 Wahlmännerstimmen. Obama hatte zuvor bereits unter anderem in den besonders umkämpften Staaten Ohio, Virginia und Pennsylvania gesiegt. Zudem gewann er nach ersten Vorhersagen von TV-Sendern auch Kalifornien, wo allein 55 Wahlmänner zu vergeben waren. Bei der offiziellen Obama-Wahlparty in Chicago brach grenzenloser Jubel aus.

 

Der 47-Jährige kam laut CNN zunächst auf 338 der 539 Wahlmännerstimmen, sein republikanischer Rivale John McCain erreichte 155. John McCain gratulierte seinem Konkurrenten bereits kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Es handele sich um ein historisches Ereignis, insbesondere für Afro-Amerikaner. McCain forderte seine Anhänger auf, Obama zu unterstützen. "Dies sind schwere Zeiten für unser Land." Teile der Zuhörer reagierten mit Buhrufen auf McCains Ansprache in Phoenix.

 

Mit dem Sieg in Ohio hatte Obama einen besonders wichtigen Erfolg auf dem Weg ins Weiße Haus erzielt. Vor vier Jahren hatte dort der scheidende US-Präsident George W. Bush gewonnen - wie jeder andere erfolgreiche Republikaner zuvor. Mit 20 Wahlmännerstimmen hat Ohio besonderes Gewicht für das Gesamtergebnis.

Obama sicherte sich auch die 21 Wahlmännerstimmen von Pennsylvania. Vor vier Jahren gewann dort der Demokrat John Kerry. Diesmal aber hatte der Republikaner John McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um den "Swing State", also einen einen der wahlentscheidenden Staaten, auf seine Seite zu bringen. Mit Iowa holte der schwarze Senator zudem einen Staat, der 2004 noch für den Republikaner Bush gestimmt hatte.

Im Senat konnten die Demokraten entscheidende Mandate erobern, die bisher von den Republikanern gehalten wurden. Zu den Siegern der Senatswahl gehört auch der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Joe Biden, der in Delaware für eine siebte Amtszeit wiedergewählt wurde. Die Mehrheit von 60 Sitzen, mit der sie Gesetzesblockaden durch die Republikaner verhindern könnten, würden die Demokraten aber nach eigener Einschätzung nicht erreichen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Im Repräsentantenhaus erhielten die Demokraten bislang drei zusätzliche Mandate.

 

 

Vermutlich haben noch nie so viele Amerikaner an einer Präsidentschaftswahl teilgenommen wie am Dienstag. Schon bei der letzten Präsidentschaftswahl 2004 wurde mit 60,7 Prozent die höchste Beteiligung seit 1968 registriert. Allein in Virginia schätzten die Behörden die Wahlbeteiligung am Dienstag auf 75 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten ließen sich 187 Millionen für die Wahl registrieren. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch.

Sechs von zehn Wählern im ganzen Land nannten die Sorge um die Volkswirtschaft als wichtigsten Faktor ihrer Wahlentscheidung, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP ergab. Vier von zehn Wählern gaben zudem an, die finanzielle Situation ihrer Familie habe sich in den vergangenen vier Jahren verschlechtert.

Etwa die Hälfte der Befragten zeigte sich sehr besorgt, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise die eigene finanzielle Lage belasten werde. Kein anderes Thema, darunter die Energiepolitik, der Irak-Krieg, der Terrorismus und die Gesundheitsversorgung, hatte bei den Wählern einen höheren Anteil als zehn Prozent. Die Umfrage beruht auf einer Stichprobe von nahezu 10.000 Wählern nach ihrer Stimmabgabe.

 

Obama gehörte in seinem Stimmbezirk in Chicago zu den ersten Wählern. Zusammen mit seiner Ehefrau Michelle und den zehn- und siebenjährigen Töchtern Malia und Sasha erschien er bereits kurz nach 07.30 Uhr (Ortszeit) im Wahllokal in einer Grundschule. "Die Reise ist zu Ende", sagte er anschließend mit Blick auf den langen und mit harten Bandagen geführten Wahlkampf. McCain gab seine Stimme in einer Kirche in Phoenix in seinem Heimatstaat Arizona ab. Begleitet wurde der 72-Jährige von seiner Ehefrau Cindy.

 
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