Börse | 14.07.10

Fidelity Marktkommentar zum Ausblick für das 2. Halbjahr - Teil 1:

 Kronberg im Taunus, 14. Juli 2010 

In drei Marktkommentaren berichten Fondsmanager von Fidelity International über ihre Erwartungen für das zweite Halbjahr 2010. Im ersten Teil geht es um globale Aktienmärkte, Realwerte und Anleihen. Im zweiten und dritten Teil geben die Fondsmanager Einschätzungen zur Entwicklung der Märkte in Europa sowie in Asien und den Schwellenländern ab.

GLOBALE AKTIENMÄRKTE

Ilario Di Bon, Head of Global Equities und Fondsmanager des Fidelity Global Sector Fund:

"Im ersten Jahr einer Erholung an den Aktienmärkten herrscht meist Euphorie über die Rallye. Das zweite Jahr ist dann häufig geprägt von Schwankungen und Turbulenzen. Die Entwicklung der Kurse im Jahr 2010 ist da bislang keine Ausnahme. Ich erwarte, dass sich der zähe Aufwärtstrend an den Märkten noch einige Monate fortsetzt. Schlechte Nachrichten und daraus resultierende Kursrückschläge werden den Trend immer wieder unterbrechen. Absolut betrachtet sind Aktien weltweit nach wie vor günstig. Das lässt auf eine längere Phase mit starken Kursanstiegen hoffen, sobald sich die Lage an den Aktienmärkten wieder etwas normalisiert hat.

Unser direktes Engagement in den Emerging Markets haben wir zuletzt immer dann Stück für Stück ausgebaut, wenn das Anlegervertrauen durch schlechte Wirtschaftsdaten erschüttert wurde und Anleger die aus ihrer Sicht riskantesten Werte abgestoßen haben. Aus einigen Schwellenländern haben wir uns im Schlussquartal 2009 komplett zurückgezogen, da zu dieser Zeit die Begeisterung an den dortigen Aktienmärkten überzuschäumen drohte. Als die Bewertungen an diesen Märkten einbrachen, wie etwa im Februar und erneut im Mai, sind wir auf günstigeren Bewertungsniveaus wieder eingestiegen."

REALE VERMÖGENSWERTE

Amit Lodha, Fondsmanager des Fidelity Global Real Asset Securities Fund:

"Im Vergleich zum vergangenen Jahr schätze ich das makroökonomische Umfeld heute nicht mehr ganz so positiv ein. Das fehlende Anlegervertrauen löste diese Korrektur aus.  Deshalb sind Anlagechancen jetzt stärker von einzelnen Titeln abhängig. Aber die Erholung hat Fuß gefasst, und die Unternehmen werden aus meiner Sicht in nächster Zeit positiv überraschen. Das liegt vor allem an Kostensenkungen und dem Wiederaufbau ihrer Lagerbestände. In den Bewertungen ist diese Erholung allerdings bereits eingepreist. Ich konzentriere mich auf attraktiv bewertete Qualitätsunternehmen.

Bei Rohstoffen finde ich nach wie vor Gold-, Platin- und Stahlfirmen besonders überzeugend. Im Industriesektor halte ich einzelne Entwicklungen für spannend, wie etwa den Trend zur Automatisierung der Technologien in China oder die Nachfrageerholung am Nutzfahrzeugmarkt in den USA. Neutral schätze ich den Ausblick für den Ölpreis ein, favorisiere aber Unternehmen im Bereich der Erdölgewinnung mit steigenden Produktions- und Umsatzzahlen."

ANLEIHENMÄRKTE

lan Spreadbury, Fondsmanager des Fidelity European High Yield Fund:

"Für die Rentenmärkte beginnt das zweite Halbjahr 2010 schwierig, denn der weltweit eingeschlagene Sparkurs wird seinen Tribut beim Wirtschaftswachstum fordern. Langsameres Wachstum und eine niedrige Inflation sind die wahrscheinlichsten Szenarien. Die US-Regierung steht Ausgabenkürzungen jedoch weniger aufgeschlossen gegenüber. In Verbindung mit wieder aufflammenden Problemen am Immobilienmarkt könnte das den US-Dollar und auf US-Dollar lautende Vermögenswerte in der zweiten Jahreshälfte unter Druck setzen.  

Bei festverzinslichen Papieren bevorzuge ich weiterhin Unternehmensanleihen mit einem Investment Grade. Auch Staatsanleihen könnten ihre gute Performance fortsetzen, wenn die hohe Volatilität anhält. Hochzinsanleihen halte ich für anfälliger. Sollte das Wirtschaftswachstum schwächer werden, könnten die Ausfälle wieder zunehmen. Um das zu kompensieren, müssten die Risikoaufschläge von Hochzinsanleihen wieder steigen. Auch deshalb bevorzuge ich hochwertige Unternehmensanleihen. In meinen Portfolios befinden sich vor allem Titel aus defensiven Sektoren wie Verbrauchsgütern, Telekommunikation und anderen mit Vermögenswerten unterlegten Sektoren. Da man inzwischen mit längerfristig niedrigen Basiszinsen rechnen kann, werden Investoren Bonds nachfragen, was einen guten Rückhalt für die Märkte 2010 bieten könnte."

 

 

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